Sexismus

Im Rahmen der Kampagne #PLURAL2022 finden Sie ab sofort allgemeine Informationen über unterschiedliche Diskriminierungsformen und wie wir uns gemeinsam für eine solidarische Gesellschaft einsetzen können. Auf dieser Seite finden Sie allgemeine Informationen über Sexismus sowie Veranstaltungen, Beratungsangebote und weiterführende Lektüre.

Fragen & Antworten

Sexismus ist eine Form der Diskriminierung. Hierbei werden Menschen aufgrund ihres Geschlechts benachteiligt, abgewertet, unterdrückt und verletzt.

Sexismus bezieht sich auch auf die Vorstellung, dass Geschlechter eine Ordnung haben und Männer mehr wert sind als Frauen, trans* oder sich anders identifizierende Menschen.

Es kann zwischen dem biologischen Geschlecht (engl. „sex“) und dem sozialen Geschlecht (engl. „gender“) unterschieden werden.

Das biologische Geschlecht bezieht sich auf körperliche, geschlechtsspezifische Merkmale, wie Chromosomen oder Genitalien.

Das soziale Geschlecht umfasst die Geschlechtsrolle und -identität und bezieht sich auf gesellschaftliche Erwartungen an die Geschlechter, die durch Erziehung und traditionelle Rollenbilder geprägt werden.

Wichtig: Bei Geschlecht handelt es sich um eine Konstruktion, die von einer Zweigeschlechtlichkeit (Einteilung in Frau und Mann) ausgeht und ignoriert, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt.  

Hinweis: Sex und gender müssen nicht übereinstimmen: Diese Personen bezeichnen sich als trans*- oder nicht-binäre Personen.

Feminismus bezieht sich auf eine Bewegung, die sich für politisch-praktische Maßnahmen einsetzt, um die Lebenschancen von Frauen zu verbessern. Früher wurde beispielswiese das Wahlrecht für Frauen gefordert. Heute sind Frauen Männern rechtlich gleichgestellt, dennoch erleben Frauen in vielen Bereichen Diskriminierung und Benachteiligung wie z.B. auf dem Arbeitsmarkt. Gegen diese Ungleichheiten kämpfen Feminist*innen.

Anti-Sexismus Kampagne von Mosaik Deutschland mit dem Slogan "Wie gendern Sie?"

Glossar

Gendern bedeutet geschlechtergerechte Sprache. Mit dem geschlechterbewussten Sprachgebrauch soll die Gleichbehandlung der Geschlechter zum Ausdruck gebracht werden.

Im Deutschen wird bis heute meist das generische Maskulinum verwendet, also die männliche Form, auch wenn es eine weibliche Version gibt – z.B. Lehrer, Autor, Schauspieler etc. (Quelle: Lpb).

Beispiele für geschlechtergerechte Sprache: die Verwendung geschlechtsneutraler Begriffe, z.B. Lehrkräfte, Lehrende; oder der Gebrauch von Gender-Zeichen: Lehrer*innen, Lehrer_innen oder Lehrer:innen.

Der Gender Pay Gap bezeichnet das geschlechtsspezifische Lohngefälle zwischen dem durchschnittlichen Stundenlohn von Frauen und Männern. So verdienen Frauen trotz gleicher Qualifikationen in der gleichen Position im Durchschnitt weniger als Männer.

Auch übernehmen Frauen oftmals unbezahlte Arbeit wie Haushaltsaufgaben und die Versorgung von Familienangehörigen und arbeiten deshalb auch häufiger in Teilzeit.

Feminismus ist eine wissenschaftliche Forschungsrichtung und eine Bewegung zur Verbesserung verschiedener Lebensbereiche von Frauen.  Die erste Welle des Feminismus im 18. Jahrhundert kämpfte um gesellschaftliche und politische Teilhabe von Frauen. Mit der zweiten Welle in den 1960er Jahren wurden mehr Selbstbestimmung und Mitspracherecht eingefordert. Seit den 1980er Jahren haben sich die Ziele der feministischen Bewegung vervielfältigt. Nun geht es vermehrt darum, dass jede Frau sich aussuchen kann, wie sie ihr Leben gestaltet. Es wird ein weibliches Selbstbewusstsein gefördert und gefordert und sexuelle Ungerechtigkeiten und Übergriffe werden verstärkt thematisiert. (Quelle: bpb; Heinrich-Böll-Stiftung)

Gender Mainstreaming lässt sich mit Leitbild der Geschlechtergerechtigkeit übersetzen. Das Ziel ist die Umsetzung von Chancengleichheit für Frauen, Männer, Mädchen und Jungen in allen öffentlichen und institutionellen Bereichen.

Buchempfehlungen

Sexismus*
Geschichte einer Unterdrückung

von Susan Arndt
(ISBN: 3406757979)

Cover des Buches "Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert"

Unsichtbare Frauen.
Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert

von Caroline Criado-Perez
(ISBN: 3442718872)

Cover des Buches "Gender – eine illustrierte Einführung"

Gender – eine illustrierte Einführung

von Meg-John Barker & Jules Scheele
(ISBN: 3897713349)

Feminismus – Das Buch zur Frauenbewegung: Emanzipation der Frau in Deutschland und der Welt aus der Sicht einer Feministin

von Beate Wagner
(ISBN: 9798542493725)

Cover des Buches "Wut und Böse"

Wut und Böse

von Ciani-Sophia Hoeder
(ISBN: 3446271155)

Cover des Buches "Süss. Eine feministische Kritik"

Süss. Eine feministische Kritik

von Ann-Kristin Tlusty
(ISBN: 3446271015)

Cover des Buches "Sei kein Mann"

Sei kein Mann

von JJ Bola
(ISBN: 3446267980)

Vom Scheitern, Zweifeln und Ändern

von Blu Doppe & Daniel Holtermann
(ISBN: 9783897710832)

Cover des Buches "Das weibliche Kapital"

Das weibliche Kapital

von Linda Scott
(ISBN: 3446267808)

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