Ausstellungseröffnung Gegen das Vergessen

Livestream unter: https://youtu.be/Oy6xrkaulm8

*Bitte beachten: Die Ausstellungseröffnung findet ausschließlich Online statt. Die Ausstellung selbst kann ab dem 24. April kostenfrei und ohne Voranmeldung auf dem Universitätsplatz Heidelberg angeschaut werden. Dabei bitte unbedingt und jederzeit die geltenden Abstands- und Hygieneregeln beachten!

Gegen das Vergessen ist das multimediale Erinnerungsprojekt des deutsch-italienischen Fotografen und Filmemachers Luigi Toscano. Seit 2014 trifft und porträtiert er dafür weltweit Überlebende der NS-Verfolgung. Mehr als 400 dieser Begegnungen gab es bereits in Deutschland, den USA, Österreich, der Ukraine, Russland, Israel, den Niederlanden und Weißrussland. Vom 23. April bis zum 07. Mai 2021 organisiert der Karlstorbahnhof die Ausstellung von über 100 der großformatigen Portraits von Überlebenden der NS-Verfolgung auf dem Universitätsplatz Heidelberg.

Hinter jedem Porträt steht eine ganz persönliche Geschichte. Jede von ihnen ist einzigartig, aber jede wurde auch für die vielen anderen erzählt, die nicht mehr gehört werden können. Es sind Geschichten von Kindern, deren Familien verschleppt und ermordet wurden. Geschichten von Jugendlichen, die gedemütigt und misshandelt wurden. Erinnerungen an Leid, Hunger und Kälte; an Angst, Verrat und Tod. Manchmal erzählen die Geschichten auch von Hoffnung, Freundschaft und Menschlichkeit. Bei fast jedem Gespräch wurde deutlich: Es begann nicht plötzlich mit Vertreibung und Völkermord. Es war ein schleichender Prozess, der die Mauern in den Köpfen immer höher baute. Die Mauern, die „uns“ von „den Anderen“ trennten. Die Mauern, die „die Anderen“ immer weiter herabwürdigten und entfremdeten, bis sie nicht mehr wie Menschen behandelt wurden. Diese „Anderen“ sind die Gesichter des Projekts Gegen das Vergessen.

Luigi Toscano kämpft mit Gegen das Vergessen gegen jede Form von Ausgrenzung und für Offenheit, Toleranz und Demokratie. Er gibt der Erinnerungskultur mit seinem Projekt ein menschliches und emotionales Gesicht. Dadurch überwindet er die historische Distanz zu den NS-Verbrechen und zeigt: Damals wie heute gibt es viel mehr Gemeinsamkeiten, die uns verbinden, als Unterschiede, die uns trennen.

Zur Ausstellungseröffnung sprechen:

Heidelbergs Oberbürgermeister Prof. Dr. Eckart Würzner
Romani Rose (Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma)
Sonja Warshawsky (Protagonistin des Projekts)
Lauren Apter Bairnsfather, Ph.D. (Direktorin des Holocaust Center of Pittsburgh)
Luigi Toscano (Künstler & UNESCO-Botschafter “Artists for Peace”)
Cora Maria Malik (Geschäftsführerin Karlstorbahnhof)

Musikalische Begleitung: Tandem – Alexandra Lehmler & Matthias Debus

Eine Übersicht über das Rahmenprogramm zur Ausstellung und alle Teilnahmeinformationen gibt es hier.

Unterstützt und ermöglicht wird die Ausstellung durch die Klaus Tschira Stiftung, die Berthold Leibinger Stiftung, Lions International, die Allianz für Beteiligung e.V. und das Staatsministerium Baden-Württemberg im Rahmen des „Beteiligungstaler. Projektfonds zur Förderung von Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung“ sowie die Stadt Heidelberg, Amt für Chancengleichheit und Mosaik Deutschland e.V. im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Datum

23 Apr 2021
Vorbei!

Uhrzeit

18:00

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