„Konversionbehandlungen: Kontexte. Praktiken. Biografien“

„Konversionbehandlungen: Kontexte. Praktiken. Biografien“ geht als deutschlandweit erstes wissenschaftliches Forschungsprojekt der Frage nach, inwieweit in Deutschland versucht wurde und wird, die sexuelle Orientierung und den Geschlechtsausdruck von Lesben, Schwulen, bisexuellen, trans*, inter*, queeren Menschen (LSBTIQ+) zu ändern. Dabei werden auch die Folgen für die Betroffenen sogenannter Konversionsbehandlungen in den Blick genommen. 

Konversionsbehandlungen versprechen, die sexuelle Orientierung eines Menschen hin zu Heterosexualität zu verändern. Bei trans- und intergeschlechtlichen Menschen zielen sie darauf ab, die geschlechtliche Identität hin zu einer Cis-Geschlechtlichkeit, dem von außen zugeschriebenen Geschlecht, zu vereindeutigen. Die Maßnahmen unterstellen die Notwendigkeit einer „Heilung“ von lsbtiq+ Menschen und führen laut aktueller Studien zu nachhaltig negativen psychischen und physischen Konsequenzen bei Betroffenen.

Für das Forschungsprojekt wird eine bundesweite Onlineumfrage und eine umfangreiche Interviewstudie mit Betroffenen konzipiert, durchgeführt und ausgewertet. Das Projekt wird von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert. Die Umsetzung liegt in den Händen von Mosaik Deutschland e.V. und dem Amt für Chancengleichheit der Stadt Heidelberg. Ein Fachbeirat, in dem mehr als 20 LSBTIQ+ Verbände und Forschungseinrichtungen vertreten sind, begleitet das Forschungsprojekt. Das Projekt soll, in enger Kooperation mit lsbtiq + Communities und der Beratungs- und Präventionsstelle PLUS e.V., den deutschen Kontext von Konversionsbehandlungen detailliert beleuchten.